Agenda

15.03.2017

 

VAS Mitgliederversammlung 
im Hotel Arte Olten 
05.05.2017

 

VAS Frühlingstagung
im Massnahmezentrum
St. Johannsen
Nov. 2017
VAS Fachtagung

Anmeldung VAS-Mitgliedschaft

Verband Arbeitsagogik Schweiz

VAS- Geschäftsstelle
c/o probel GmbH
Zelglistrasse 26
4600 Olten

Tel.: 062 393 09 43
Email: info@vas-arbeitsagogik.ch

Berufsprofil

Arbeitsagogik als Höhere Fachprüfung anerkannt

In einem intensiven Prozess ist es den beteiligten Verbänden gelungen, den Bildungsgang Arbeitsagogik als Höhere Fachprüfung anerkennen zu lassen. Ursula Renold, die Direktorin vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat die Prüfungsordnung am, 22.04.09 unterzeichnet und sie somit offiziell in Kraft gesetzt.

Wegleitung und Prüfungsordnung finden Sie unter : http://www.arbeitsagogik-hfp.ch/Reglemente

Berufsbild Arbeitsgogik
Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen unterstützen Menschen mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt, indem sie geeignete Arbeitsarrangements gestalten, die Menschen agogisch fördern und den Prozess der beruflichen Integration begleiten. ArbeitsagogInnen sind in der Regel in Institutionen tätig wie z.B. Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, im Straf- und Massnahmevollzug, in beruflichen Trainingszentren oder in Arbeitsprojekten für Erwerbslose.

Eine kompetenzorientierte Prüfung
Die Höhere Fachprüfung orientiert sich an drei Kompetenzbereichen: Produktion (kundenorientierte Produktionsprozesse, Akquisition von Aufträgen, Gestalten der Arbeitsarrangements etc.), Integration (gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit, aktuelle Situation des ersten und zweiten Arbeitsmarktes, interdisziplinäre Zusammenarbeit etc.) und Agogik (Kenntnisse der Beeinträchtigungen, agogische Methoden und Planung, Kommunikation etc.).

Das gemeinsame Ringen für die Anerkennung
In der Trägerschaft Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik sind die Verbände vertreten, welche massgeblich ins Thema Arbeitsagogik involviert sind. Mit viel Durchhaltevermögen, Geduld und konstruktiven Auseinandersetzungen haben sie es zusammen geschafft, die Grundlagendokumente für die eidgenössische Anerkennung fertig zu stellen. Folgende Verbände sind in der Trägerschaft vertreten:

• Academia Euregio Bodensee AG
• Agogis –  Berufliche Bildung im Sozialbereich
• Arbeitsintegration Schweiz
• IfA – Verein Institut für Arbeitsagogik
• INSOS – Soziale Institutionen für Menschen mit Behinderung Schweiz
• VAS – Verband Arbeitsagogik Schweiz
• Supported Employment Schweiz


Sprachregionale Unterschiede

Als eidgenössisch anerkannte Prüfung kann die Höhere Fachprüfung Arbeitsagogik auf Deutsch, Französisch oder Italienisch abgelegt werden. Entsprechend der unterschiedlichen Bildungstradition zwischen der deutschen bzw. lateinischen Schweiz, ist das Bedürfnis für die Höhere Fachprüfung momentan v.a. in der Deutschschweiz vorhanden. In der Romandie hingegen findet der Bildungsgang „Maître socio-professionnel“ auf der Stufe Höhere Fachschule grossen Anklang.

Website
Die Website www.arbeitsagogik-hfp.ch ist aufgeschaltet.

Für Rückfragen steht Ihnen die Geschäftsleitung gerne zur Verfügung:
info@vas-arbeitsagogik.ch

 


 

Berufsprofil Arbeitsagogin / Arbeitsagoge Schlüsseltätigkeiten

Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen unterstützen Menschen mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt, indem sie
geeignete Arbeitsarrangements gestalten, die es diesen Menschen ermöglichen, trotz ihren Beeinträchtigungen eine wertschöpfende oder nutzenstiftende produktive Tätigkeit auszuüben

diese Menschen agogisch begleiten und fördern, damit sie ihre persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen nutzen und erweitern können und so eine möglichst selbstbestimmte Lebensgestaltung erlangen

ihnen auf ihrem Weg der (Re-)Integration in die Arbeitswelt Beratung und Support anbieten.

Ihre Klientinnen und Klienten sind Menschen, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt beeinträchtigt sind
im Zusammenhang mit einer Behinderung, z.B. einer Körper- oder Sinnesbehinderung, einer geistigen Behinderung, einer Lernbehinderung  oder einer psychischen Beeinträchtigung
in der Folge einer Suchterkrankung

weil sie wegen Krankheit oder Unfall ihre bisherige Berufstätigkeit nicht mehr ausüben können

durch Arbeitslosigkeit und erschwerte Vermittelbarkeit

weil sie sich im Straf- und Massnahmenvollzug befinden

weil sie als Asylbewerberinnen und Asylbewerber Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt unterliegen.

 




Schlüsselaufgaben

Arbeit ist ein Menschenrecht und ein zentraler Pfeiler der Identität des Menschen. Arbeit vermittelt Selbstwert, gesellschaftliche Anerkennung, Zugang zu sozialen Kontakten und schafft die Grundlagen für eine selbstbestimmte Gestaltung des Lebens. Partizipation und Integration sind wesentlich an Arbeit gebunden.

Als Wirkungsfelder der Arbeitsagogik verdienen dabei neben der marktorientierten Erwerbsarbeit auch alle Tätigkeiten zur Bewältigung des Lebensunterhalts (z.B. Haushaltführung in der Wohngruppe) und das reiche Feld der Nichterwerbsarbeit Beachtung.

Die Aufgabe der Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen besteht zur Hauptsache darin, ihre Klientinnen und Klienten durch den Einbezug in eine sinnvolle produktive Tätigkeit zu fördern und sie im Prozess der Integration und Wiedererlangung einer autonomen gesellschaftlichen Rolle zu unterstützen.



Berufliche Kompetenzen

Mit ihren Tätigkeiten und Aufgaben positionieren sich die Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen am Schnittpunkt von Wirtschaft und Sozialbereich und verfügen in beiden Bereichen über einschlägige Handlungskompetenzen.

Handlungskompetenzen im produktiven Bereich
Dank guter Qualifikationen in ihrem Herkunftsberuf können sie gegenüber den Auftraggebern eine qualitativ einwandfreie Produktion und Dienstleistung gewährleisten.

 

Sie können die erforderlichen Arbeitsprozesse betrieblich so organisieren, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie trotz ihrer Handicaps zu bewältigen vermögen.

Sie verstehen es, Tätigkeiten lern- und entwicklungsfördernd zu gestalten.

Sie können ihre Führungsaufgabe als Vorgesetzte auch unter erschwerten Voraussetzungen wahrnehmen.

Handlungskompetenzen im agogischen Bereich
Sie beherrschen die Grundlagen des agogischen Denkens und Handeln und können - eingebettet in den Prozess der produktiven Tätigkeit - den agogischen Kreislauf klientenbezogen, situationsgerecht und interdisziplinär anwenden (Beobachten, Verstehen, Vereinbaren von Zielen, Anleiten und Umsetzen sowie Auswerten).

Sie verfügen über gute kommunikative Kompetenzen, sind beziehungsfähig und können in der Gruppe ihrer Mitarbeitenden eine offene, entwicklungsfördernde und lebensbejahende Atmosphäre schaffen.

Sie sind fähig zur Selbstreflexion und nehmen die Verantwortung für ihre persönliche Weiterentwicklung wahr.

Handlungskompetenzen im Bereich Integration
Sie sind vertraut mit den einschlägigen sozialen und wirtschaftlichen Netzen, können Beziehungen herstellen und nutzbar machen und so die Chancen ihrer Klientinnen und Klienten zur Integration und Teilhabe gezielt verbessern.

Sie können ihre Klientinnen und Klienten auf ihrem Weg der Rehabilitation und Integration begleiten und beraten und auch das jeweilige Umfeld in seiner Bereitschaft und Fähigkeit zu angepassten und konstruktiven Lösungen fördern und unterstützen.

Sie sind fähig zu interdisziplinärer Zusammenarbeit innerhalb der Institution, mit dem Netz der Bezugspersonen, mit Beratungsstellen (z.B. IV-Stellen, RAV), mit Betrieben und Verantwortlichen im primären Arbeitsmarkt, mit Behörden und Ämtern sowie mit anderen Fachpersonen des Systems der sozialen Unterstützung.

 




Ressourcen

Arbeit
Das wichtigste Mittel der Rehabilitation, mit dessen Hilfe sie die angestrebten Wirkungen erzielen, ist für Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen die Arbeit selbst. Indem sie Arbeitsprozesse gestalten und mit den Klientinnen und Klienten zusammen arbeiten, schaffen sie Entwicklungsmöglichkeiten und verbessern sie Lebensqualität.

Wirkungsfelder
Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen sind in der Regel in Institutionen tätig wie Rehabilitationszentren, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, psychiatrischen Kliniken, Suchtfachkliniken und Therapiezentren, Einrichtungen des Straf- und Massnahmenvollzugs, Arbeitsprojekten für Erwerbslose oder AsylbewerberInnen, beruflichen Trainingszentren usw.

Sie können aber auch in der Rolle des Job Coach Klientinnen und Klienten an Arbeitsplätzen des ersten Arbeitsmarkts sowie deren betriebliches Umfeld unterstützen.

Spezifische Fachkenntnisse
Arbeitsagogik baut auf einer breiten Palette von Fachkenntnissen des sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Bereichs auf.

Vorbildung
Arbeitsagogik ist ein Beruf, der auf der Tertiärstufe erlernt wird. Er setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, allenfalls eine gymnasiale Matur mit mehrjähriger entsprechender Berufspraxis.


Anforderungen

Arbeitsagoginnen und Arbeitsagogen verfügen über hohe soziale und persönliche Kompetenzen, ein positives Selbstkonzept, psychische Belastbarkeit, Führungskompetenz, Introspektions- und Kommunikationsfähigkeit, Kooperations- und Konfliktfähigkeit sowie sehr gute fachliche Kenntnisse in ihrem Herkunftsberuf.


Ausbildungswege

In der Deutschschweiz ist die Ausbildung berufsbegleitend konzipiert. Die Teilnehmenden sind in der Regel zu mindestens 50% bereits im arbeitsagogischen Bereich tätig.

Die Lehrgänge sind kompakt oder modular aufgebaut.

 




Dieses Berufsprofil wurde im Auftrag des BBT von Vertretern folgender Organisationen erarbeitet:

VAS, Verband Arbeitsagogik Schweiz
INSOS, Soziale Institutionen für Menschen mit Behinderung Schweiz
IfA, Institut für Arbeitsagogik
Agogis, Berufliche Bildung im Sozialbereich
Agogis INSOS W&O, Institut Weiterbildung & Organisationsberatung